Radtour von Bad Oeynhausen nach Hannover

Ich bin weder ein guter Radfahrer noch sitze ich gerne auf dem Fahrradsattel: aber es ist eine geeignete Möglichkeit von A nach B zu gelangen und zwischendurch die Landschaft und Natur zu genießen. Also nutze ich hin und wieder das Mountainbike oder das Tourenfahrrad, um auf ausgesuchten Routen eine Tour zu unternehmen und auch interessante Motive mit den Kameras einzufangen.

Diese Tour von Bad Oeynhausen nach Hannover-Anderten war mit 100 Kilometern bisher meine längste Fahrradtour. Geplant hatte ich schon seit Jahren eine kurze Tour entlang des Mittellandkanals: keine Steigungen und schwierigen Passagen; genau das Richtige für mich. Auf der Karte sah dann während der Planung alles so einfach aus, so dass ich mir das Tourenmotto "von Schleuse zu Schleuse" ausdachte. Gemeint waren damit die Schleuse am Wasserstraßenkreuz Minden und die Hindenburgschleuse in Hannover-Anderten. 80 Kilometer Wegstrecke lagen zwischen beiden Objekten; hörte sich machbar an.

Radfahrer-Idylle am Mittellandkanal

Im Rahmen der Planungen merkte ich, dass die Anfahrt nach Minden mit dem Zug sehr kompliziert und zeitraubend sein würde. Ich suchte eine Alternative und dachte an die Nordwestbahn, die direkt an meinem Heimatort vorbeifährt und auch in Bad Oeynhausen einen Halt einlegt. Zwischen Bad Oeynhausen und Minden lagen nochmals 20 Kilometer, so dass sich die Gesamttourenlänge auf 100 km erweiterte. "Diese 20 Kilometer mehr" dachte ich mir naiv; es kamen aber auch Zweifel und Bedenken auf. Ich als ungeübter Radfahrer bin noch nie eine solch lange Strecke gefahren. Na gut, geplant ist geplant.

Am 6. August 2014 war es dann soweit: die Stimmung war gut, das Wetter spielte mit (sonnig, 22°) und die nötige Motivation war bei mir vorhanden. Da sich zu solchen Touren keine Mitfahrer finden, unternehme ich diese Touren regelmäßig alleine als Single und brauch daher auf Lust und Laune anderer keine Rücksicht zu nehmen.

Zunächst fuhr ich mit dem Fahrrad die 6 Kilometer zur Bahnhaltestelle Hess. Oldendorf. Die Nordwestbahn brachte mich in einer halben Stunde nach Bad Oeynhausen, laut meiner Planung mein Ausgangspunkt dieser Tour.

Oeynhauser Schweiz:

In Bad Oeynhausen schaute ich mich zunächst um: ich durchstreifte die sogenannte "Oeynhauser Schweiz", ein kleines Waldgebiet mit Wildtiergehege inmitten der Stadt.

Startpunkt meiner RadtourStepMapStartpunkt meiner Radtour

Die noch tiefstehende Morgensonne schien durch das ansonsten dichte Blätterwerk und erhellte die von Damwild beherrschte Szenerie. Kaum ein Mensch ist so früh in den Morgenstunden hier unterwegs.

Der Kurpark:

Nicht weit entfernt befindet sich der Kurpark. Einige interessante Motive halte ich kurz fest; aber die Zeit drängt. Ich habe schließlich noch 100 Kilometer Strecke vor mir.

Grandierwerk:

Auf dem Weg Richtung Werre-Radweg am Nordrand von Bad Oeynhausen nahm ich jedoch noch dieses seltsame Bauwerk mit: das Grandierwerk im Sielpark.

Eine Erklärung zum Werk bietet die Seite "Salz- und Zuckerland":

"Das Gradierwerk wurde 1989/90 als Nachbau neu errichtet. Bis in die 30er Jahre hinein gab es entlang der heutigen Mindener Straße drei Gradierwerke, die in ihrer Blütezeit eine Länge von 800 Meter aufwiesen. Durch das "Gradieren" wurde die Salzsole konzentriert. Das salzhaltige Wasser wurde auf das Gradierwerk gepumpt und über dicht gestaffelte Reisigbündel aus Schwarzdorn heruntergeleitet. Auf diesem Weg zerstäubt und verdunstet das Wasser. Die hochkonzentrierte Sole wurde dann in den Siedehäusern zu Salz verarbeitet. Um 1850 wurden in der Saline jährlich etwa 50.000 Zenter Salz gesiedet. 1928 wurden die Gradierwerke stillgelegt, da die Salzgewinnung nicht mehr wettbewerbsfähig war. Seit Gründung des Heilbades im Jahre 1845 diente das Gradierwek auch als Freiluftinhalatorium im kurbetrieb durch die Erzeugung salzhaltiger, feuchter Luft."

Von Bad Oeynhausen nach Minden ...

Zur Werremündung:

Direkt neben dem Grandierwerk befindet sich die Werre, ein kleines Flüsschen, das einige Kilometer östlich in die Weser mündet. Ein Radweg verläuft parallel zur Werre. Diesen nutze ich, um an die Werre-Mündung zu gelangen.

Porta Westfalica:

Auf dem Weserradweg entlang des Weserufers geht es nordwärts in Richtung Minden. Dem "Alten Postweg" folgend durchfahren wir die "Porta Westfalica", einem Einschnitt zwischen Wesergebirge und Wiehengebirge.

Oberhalb auf einer Anhöhe thront das "Kaiser-Wilhelm-Denkmal":

Minden:

Das erste Etappenziel "Minden" ist nicht mehr weit entfernt. Auf der Weserpromenade schleichen wir uns an der eigentlichen Stadt vorbei.

Das Wasserstraßenkreuz:

Am Wasserstraßenkreuz in Minden kreuzen sich in verschiedenen Ebenen die Weser (tiefer gelegen) und der Mittellandkanal (höher gelegen); der Mittellandkanal wird über zwei Brückenbauwerke über die Weser geführt. Beeindruckende Bauwerke:

Unten die Weser; oben in der Trogbrücke der Mittellandkanal.

... weiter geht es am Mittellandkanal entlang:

Nach 20 Kilometer Weserradweg liegen nun 80 Kilometer rechts und links des Mittellandkanals vor mir. Da die Wege nicht beidseitig befahrbar sind und unterschiedliche Qualitäten aufweisen, muss ich hin und wieder an den zahlreichen Brücken die Seite wechseln. Von den erhöhten Standorten aus gönnte ich mir einen Blick auf den Schiffsverkehr.

Schiffsverkehr: meistens sehe ich niederländische oder polnische Binnenschiffe oder Schubverbände

Biergarten "Bad Hiddenserborn":

Direkt am Mittellandkanal liegt der zum Hotel gehörende Biergarten, der 16 Kilometer hinter Minden regelrecht zu einer ausgiebigen Pause einlud. Ich nahm natürlich die Einladung an.

Schramm geht es weiter; jetzt muss ich Strecke schaffen und stelle das Fotografieren erstmal zurück. Der Zustand der Wege macht es nicht einfach, hier auf den Betriebswegen des Wasser- und Schifffahrtsamtes vorwärts zu kommen. Auf einigen Abschnitten wäre ein Mountainbike eher angebracht als ein Tourenfahrrad. Teilweise war der starke Regen am Vortag schuld am Zustand der Wege, die in Teilbereich nur schwer zu passieren waren. Insbesondere im Bereich Niederwöhren traf ich auf überflutete Schlammwege. Je weiter man sich Hannover näherte, desto angenehmer wurden die Wege.

Hannover-Nordhafen:

Noltemeyer-Brücke in Klein Buchholz

Die Hindenburg-Schleuse:

Nach 100 quälenden Kilometern taucht mein Ziel dieser Tour auf: die Hindenburg-Schleuse in Hannover-Anderten.

Wie immer liegen die Fotos hier im Blog nicht in voller Auflösung vor. Die Fotos in größerer Auflösung kann man in meinen Online-Foto-Alben Flickr und SmugMug betrachten:

Diese Fotos sind während einer Fahrradtour von Bad Oeynhausen über Minden bis Hannover-Anderten entstanden:

Hier die ganze Radtour in der Übersicht im Komoot-Tourenplaner: